Nächtliches Abstillen von Kleinkindern liebevoll und bedürfnisorientiert begleiten

Aktualisiert: 8. Okt 2020

"Sesselmilch und das Warten darauf, dass die Sonne wieder scheint"


Dieser Blogbeitrag soll Mut machen und euch bestärken, euren eigenen Weg in Sachen nächtlichem Abstillen zu gehen. Ich verpacke in diesen Beitrag mein Fachwissen aus der Still- und Schlafberatung und den Erfahrungsschatz, den ich mit meinen eigenen Kindern machen durfte.


Vorausschicken möchte ich zwei Dinge:

  1. Dass nächtliches Stillen auch für 2- und 3-jährige Kinder noch Vorteile hat und es keinen Grund gibt nachts abzustillen, außer jenen, dass es sich die Mutter wünscht.

  2. Sehnt sich die Familie nach ruhigeren Nächten ohne Stillen, heißt das nicht, dass tagsüber auch und somit zur Gänze abgestillt werden muss. Stillt die Mutter am Tag das Kind noch gerne, hat das aus meiner Sicht viele Vorteile. Vor allem bringt das Abstillen am Tag meiner Meinung nach nicht wirklich einen Vorteil für das nächtliche Abstillen. Möglicherweise ist sogar das Gegenteil der Fall: Wird tagsüber abgestillt suchen viele Kinder erstmal in der Nacht noch mehr die Nähe zu Mamas Brust.

  3. Kinder, die nachts abgestillt werden, brauchen beim Einschlafen und sicher phasenweise auch noch in der Nacht weiterhin unsere Nähe und Körperkontakt.

Ich empfehle das nächtliche Abstillen nicht unter einem Jahr. Daher spreche ich in meinem Artikel auch von Kleinkindern und nicht von Babys.

Wenn die Nächte mit einem Stillbaby unter einem Jahr sehr anstrengend für die Mutter und die Familie sind, empfehle ich eine Still- oder Schlafberatung in Anspruch zu nehmen, dort können individuelle Wege und Lösungen erarbeitet werden, die dem Entwicklungsstand des Babys entsprechen.

Natürlich ist eine professionelle Beratung auch dann hilfreich und sinnvoll, wenn das Kind schon älter als ein Jahr ist, einen ersten Anhaltspunkt wie ihr euren Weg zu erholsameren, stillfreien Nächten gehen könnt, findet ihr aber bestimmt in diesem Beitrag!

Keine Schnellschüsse, sondern wohl überlegt handeln

Wenn du darüber nachdenkst nachts abzustillen, ist es wichtig, dass du dir zunächst einen Plan überlegst, wie du das nächtliche Abstillen gestalten möchtest. Überhastete Abstillversuche enden oft damit, dass im Endeffekt mit noch mehr Frust weiter gestillt wird. Aber bevor du dir einen Plan überlegst, musst du erstmal wissen was du willst!


Sei dir bewusst was du willst: Fasse einen Entschluss

Meistens fällt der Entschluss, nachts abstillen zu wollen nicht über Nacht, sondern Mütter überlegen und spekulieren längere Zeit mit dem Gedanken und das ist auch gut so, denn das ist genau die richtige Zeit, dir zu überlegen, wie du den Abstillprozess gestalten möchtest.

Liegt dein Plan dann sozusagen bereit in der Schublade, kannst du ganz entspannt auf den richtigen Zeitpunkt für euch warten.

Wenn du dann ganz konkret abstillen möchtest, musst du dir ganz sicher und klar in deinem Entschluss sein, auch wenn das für dein Kleinkind Frust, Trauer und Verlust bedeuten wird. Solange du unsicher bist, lass es lieber bleiben und versuche, die Zeit so gut es geht zu genießen.


Sei dir bewusst was du tust: Erstelle deinen Plan

Überlege dir, in welcher Form du nachts abstillen möchtest, denn es gibt mehrere Möglichkeiten, von denen ich dir hier einige aufzeigen möchte. Aber zuvor…


Egal für welchen Weg du dich entscheidest, diese Bedingungen gelten immer:

  • Das Kleinkind muss in jeder Phase liebevoll und empathisch begleitet, und darf nicht weinend alleine gelassen werden.

  • Der Vater ist eine wichtiger Unterstützungsfaktor.

  • Keine Ersatz-Einschlafgewohnheiten etablieren, die ihr nicht über einen längeren Zeitraum beibehalten wollt.

  • Um auszuschließen, dass das Kind Hunger oder Durst hat, solltet ihr einen handlichen Snack und Wasser im Schlafzimmer bereit haben, damit ihr es dem Kind in den ersten Tagen anbieten könnt. Nächtliche Mahlzeiten sollten aber kein Dauerzustand bleiben.

  • Nehmt euch Zeit und macht euch keinen (Zeit) Duck.

  • Es geht dabei nicht um einen Machtkampf, euer Kind arbeitet nicht gegen euch, sondern erlebt gerade Verlust, Frust und Trauer.

  • Ihr dürft aufgeben, nachgiebig und gütig sein, wenn ihr oder das Kind nicht mehr könnt. Ihr dürft euer Vorhaben abbrechen und auf einen späteren Zeitpunkt verschieben, dann war der Zeitpunkt vielleicht einfach nicht der richtige.